[Rezension:] Bittere Wunder von Christina Meldrum (RE)

Verlag: cbj
Seitenzahl: 416
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Jugendbuch/Schicksal
Originaltitel: Madapple
Reihe? Nein.
ISBN-10: 3570401618
ISBN-13: 978-3570401613

Kurzbeschreibung lt. amazon:

Das Gift der Unschuld. Ein Mädchen vor Gericht. Für ein Verbrechen, das sie nie begangen hat …

Es ist ein unvorstellbares Leben, das die 17-jährige Aslaug führt: Völlig isoliert von der Welt wächst sie mit ihrer Mutter auf dem Land auf, die ihr alles beibringt über Gifte, Heilpflanzen, das alte Wissen der Menschheit – nur das Leben selbst bleibt ihr fremd. Als ihre Mutter unvermutet stirbt, ändert sich das schlagartig. Aslaug kommt bei ihrer streng religiösen Tante, deren Sohn und Tochter unter. Doch das neue Leben ist keine Befreiung. Aslaug wird von den Schatten ihrer Vergangenheit, ihrer Herkunft eingeholt und nach einem Brand steht das Mädchen vor Gericht. Die Anklage lautet: Mord …

Erster Satz:

Die Frauen, die Hand in Hand daherkommen, erinnern mit ihren schlaksigen Gliedern, geröteten Wangen und flachsblonden Zöpfen an Schulmädchen.

Meine Meinung:

Mir fällt es schwer über das Buch zu schreiben, ohne etwas zu verraten. Daher ist der gespoilerte Text unsichtbar. Wer ihn dennoch lesen möchte: Einfach den Text markieren.

Wow, was für ein Schicksal.

Aslaug hat ein wahrlich merkwürdiges Leben. Sie wächst sehr einsam und zurückgezogen mit ihrer Mutter auf. Sie lernt alles über Pflanzen und viele viele Sprachen und wird von ihrer Mutter zu Hause unterrichtet. Eines Tages stirbt ihre Mutter und Aslaug wird verdächtigt sie ermordet zu haben. Das wurde dann aber widerlegt. Aslaug zieht nach Bethan zu ihrer Tante. Das ist die Predigerin Sara und ihre Kinder Sanne und Rune. Und alles wird noch viel schlimmer für Aslaug…Es gibt so viele Fragen…Aslaug kennt doch das wahre Leben nicht…Und wer ist ihr richtiger Vater?

Die Geschichte wird aus zwei Zeiten erzählt. Die Gegenwart, in der Aslaug angeklagt wird, ihre Tante und Cousine umgebracht zu haben. Und sich somit mitten im Gerichtsprozess befindet. Und die Vergangenheit, in der es um Aslaug’s Leben geht. Dort wird die ganze Wahrheit offengelegt.

Ich bin schockiert. Ich bin so schockiert, dass mir erst einmal die Worte fehlten. Ich hab getrauert und geweint. Ich habe so sehr um Aslaug’s Schicksal geweint. Ich habe drei Kinder und kann mir nicht vorstellen, was ich tun würde, wenn man mir meine Kinder wegnehmen würde.
Aslaug lebt in so einer verdrehten Welt, dass ihr gar nicht wirklich bewusst ist, was ihre Tante Sara und ihre Cousine Sanne ihr antun.

Sara, die Predigerin in der Kirche und ihre Tochter Sanne sind in meinen Augen psychisch instabil. Und Rune, der als „der Dumme“ galt, zeigt am Ende, dass er ein sehr großes Herz hat.

Ich habe mich nicht gewundert, dass Aslaug sich nach dem Tod ihrer Mutter so verhalten hat. Sie hat es doch einfach nicht anders gelernt. Und dafür, dass sie noch so jung war, ist sie wahnsinnig gut damit umgegangen. Den Behörden und Ämtern gegenüber ist sie sehr zurückhaltend. Sie möchte ihr Leben lieber alleine in den Griff bekommen.
Aslaug fühlt sich einigermaßen sicher bei den „Lerner’s“. Leider wird sie maßlos enttäuscht.


[Es ist nur so furchtbar, wie sie damit umgeht bzw. zu spät merkt, was für kranke Menschen die Lerner’s sind. Als sie tatsächlich schwanger wird, meinen Sanne und Sara doch, es sein ein Kind Gottes. Und damit Aslaug auch ja nicht abhaut, sperren sie sie ein. Aslaug wird über Monate „mit Gewalt“ festgehalten. Das heißt, gegen ihren Willen, aber wirklich wehren tut sie sich auch nicht.

Die schlimmste Situation in der Geschichte ist, als Aslaug ihr Baby bekommt und es ihr vorenthalten wird. Durch Rune bekommt sie aber endlich Kontakt zu ihrem Kind. Er hat Aslaug damit von den Seelenqualen befreit. Und dann lebt Aslaug mit der Familie und ihrem Baby/Kind, Sofie Phalia zusammen. Obwohl sie so gequält worden ist. Das ist so unvorstellbar…Und ich dachte, wie gesagt, dass wäre das Schlimmste…nein…es kommt für Aslaug noch schlimmer. Rune und Bekka hauen mit ihrem Kind ab.Wie furchtbar ist das denn? Aber zum Glück gibt es Rune und sein Herz…]

Es ist Wahnsinn, wie mich das Buch gefesselt und gleichzeitig abgestoßen hat. Die Autorin hat eine tolle Art zu schreiben. Sie hat es geschafft, mich in die Welt rund um Aslaug zu entführen und für sie einzunehmen. Es werden viele Geheimnisse gelüftet. Was für Abgründe es doch in der menschlichen Psyche gibt…und wir gut man solche Schicksale verdrängen kann um dann mit ihnen weiterzuleben…Es ist ein unglaubliches und schockierendes Werk. Ich kann das Buch aber nicht 12-jährigen Kindern weiterempfehlen, wie es offiziell angegeben wird. Dazu ist die ganze Geschichte zu anspruchsvoll vom Thema her. Jugendlichen und jungen Erwachsenen kann die Geschichte aber sicherlich genauso wie mich überzeugen.

Ich vergebe 4 Bücher.
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Vielen Dank an den cbj Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

Hier könnt ihr das Buch kaufen:


2 Kommentare zu "[Rezension:] Bittere Wunder von Christina Meldrum (RE)"

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